Die kurze Antwort
Geh mit dem Mitarbeiter am Schalter um das Auto, fotografiere vorhandene Schäden und lass alles, was noch nicht vermerkt ist, in den Mietvertrag eintragen. Prüf auch Windschutzscheibe, Reifen, Tankstand und Kilometerstand und speichere vor der Abfahrt die Notrufnummer des Autovermieters.
Auf dieser Seite
Warum sich der Rundgang lohnt
Schäden, die bei der Abholung nicht festgehalten werden, können dir bei der Rückgabe zugerechnet werden, auch wenn sie schon vorher da waren. Ein Rundgang mit dem Mitarbeiter hält den Zustand des Autos von Anfang an für beide Seiten fest, und ihn in Sichtweite des Schalters zu machen, ist völlig normal.
Umfassender Versicherungsschutz macht die Prüfung nicht überflüssig. Selbst Vollkaskopakete können Schäden an Scheiben, Reifen oder am Unterboden ausschließen. Ein Steinschlag in der Windschutzscheibe, den bei der Abholung niemand notiert hat, kann dir also trotzdem berechnet werden.
So machst du den Rundgang
Geh das Auto in dieser Reihenfolge durch, bevor du dein Gepäck einlädst:
Mit dem Mitarbeiter ums Auto gehen
Bitte den Mitarbeiter, mit zum Auto zu kommen. Hat er gerade keine Zeit, mach deine Fotos trotzdem und zeig ihm, was du gefunden hast, bevor du den Parkplatz verlässt.
Jede Seite prüfen
Geh jede Seite ab, die Stoßstangen, die Spiegel, die Dachkante und die Felgen. Fotografiere jeden Kratzer, jede Delle und jede Schramme, auch kleine, mit einer Nahaufnahme und einem weiteren Foto, das zeigt, wo am Auto sie ist.
Scheiben und Reifen ansehen
Prüf die Windschutzscheibe auf Steinschläge und Risse, denn ein kleiner Steinschlag kann sich auf einer langen Fahrt zu einem Riss ausweiten. Achte bei den Reifen auf zu wenig Luft, abgefahrenes Profil oder Schäden an den Flanken.
Das Armaturenbrett fotografieren
Mach bei laufendem Motor ein Foto, auf dem Tankanzeige und Kilometerstand zu sehen sind, und vergleiche den Tankstand mit dem Mietvertrag. Hat deine Anmietung eine Kilometerbegrenzung, ist dieses Foto dein Ausgangspunkt.
In den Unterlagen vermerken lassen
Zeig alles, was noch nicht markiert ist, und bitte den Mitarbeiter, es vor der Abfahrt ins Übergabeprotokoll oder in den Mietvertrag einzutragen.
Licht macht einen Unterschied. Nutz in einem dunklen Parkhaus die Taschenlampe deines Handys, und auf einem nassen Auto übersieht man feine Kratzer leicht, bis der Lack trocken ist.
Bewahre die Fotos auf, bis die Kaution freigegeben ist, denn Belastungen können noch Tage oder Wochen nach der Rückgabe auf deinem Kontoauszug auftauchen.
Im Auto, bevor du losfährst
Nimm dir vor dem Ausparken eine Minute für diese Punkte:
- Starte den Motor und achte auf Warnleuchten; sprich sie an, bevor du den Parkplatz verlässt.
- Finde heraus, welchen Kraftstoff das Auto braucht; das steht oft in der Tankklappe.
- Such das Reserverad oder Reparaturset und das Warndreieck.
- Prüf, ob ein Unfallbericht im Handschuhfach liegt.
- Speichere die Notrufnummer des Autovermieters von deinem Mietvertrag oder Schlüsselanhänger im Handy.
Der Kraftstoff ist wichtiger, als es scheint. Falsch tanken deckt die Standard-Pannenhilfe meist nicht ab, die Kosten für die Behebung können dir also berechnet werden.
Nimm dir auch kurz Zeit für die Bedienung. Licht, Scheibenwischer und bei einem Schaltwagen der Rückwärtsgang lassen sich auf dem Parkplatz viel leichter herausfinden als im Verkehr.
Etwas bemerkt, nachdem du losgefahren bist?
Fällt dir kurz nach der Abfahrt ein übersehener Schaden auf, kontaktiere sofort die Mietstation und schick deine Fotos, bevor du weit gefahren bist. Je schneller du es meldest, desto klarer ist, dass der Schaden schon vor deiner Anmietung da war.
Eine Warnleuchte oder ein technisches Problem unterwegs meldest du unter der Notrufnummer, die du gespeichert hast. Kontaktiere den Autovermieter, bevor jemand das Auto repariert, denn nicht genehmigte Reparaturen werden womöglich nicht erstattet.
Hat das deine Frage beantwortet?